
Episode 25: Angst, Erinnerung und Politik: Österreichs Migrationsgeschichte im Spiegel der Gegenwart, Gast: Oliver Rathkolb
In dieser Episode spricht Philipp Strobl mit dem Zeithistoriker Oliver Rathkolb über die historischen Dimensionen und gesellschaftlichen Dynamiken von Migration in Österreich und Europa. Rathkolb zählt zu den renommiertesten Kennern der österreichischen Zeitgeschichte, seine Forschungsschwerpunkte umfassen österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts, Nationalsozialismus und Erinnerungskultur sowie Demokratie- und Migrationsgeschichte. Ausgangspunkt des Gesprächs bilden seine aktuellen Bücher „Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters" — ausgezeichnet mit dem Preis „Wissenschaftsbuch des Jahres 2026" — sowie „Die paradoxe Republik. Österreich 1945 bis 2025". Diskutiert werden u.a. die Frage, ob es eine spezifisch österreichische Form der Migrationsdebatte gibt, die durch die politische Kultur der Zweiten Republik und mitteleuropäische Erinnerungspolitik geprägt ist, sowie der Einfluss der zahlreichen Zu- und Abwanderungswellen des 20. Jahrhunderts auf die österreichische Gesellschaft. Rathkolb analysiert zudem, welche Rolle Medien und permanente Krisenkommunikation bei der emotionalen Aufladung von Migrationsdebatten spielen und warum Migration in gegenwärtigen europäischen Gesellschaften so stark als Projektionsfläche für Ängste vor Kontrollverlust, sozialem Abstieg und kultureller Veränderung dient. Abschließend geht er der Frage nach, warum das Thema seit 2015 gerade in Mitteleuropa zum zentralen Mobilisierungsinstrument populistischer Bewegungen geworden ist und was diese Entwicklung von früheren Migrationsdebatten unterscheidet.
Redaktion: Philipp Strobl
Produktion: Magdalena Ragl
Musik verwendet von: https://gemafreie-musik-online.de
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File size: 41 MB

Oliver Rathkolb, geboren 1955, war langjähriger Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur österreichischen und internationalen Zeit- und Kulturgeschichte sowie Herausgeber der Zeitschrift „zeitgeschichte“, Vorsitzender des Wiener Instituts für Kultur- und Zeitgeschichte (VICCA) sowie des wissenschaftlichen Beirats des Hauses der europäischen Geschichte in Brüssel und des Hauses der Geschichte Österreich (hdgö). Außerdem ist er Mitglied im Kuratorium der Österreichisches Nationalbibliothek. Zuletzt erschien eine erweiterte Fassung von “Die paradoxe Republik. Österreich 1945 bis 2025“ beim Zsolnay Verlag und das Wissenschaftsbuch des Jahres 2026 „Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters“ beim Molden Verlag.





