22. Episode mit Tobias Weger

Zwischen Aufbruch und Erinnerung – Deutsche Geschichte in Südosteuropa und die Wege der Migration

 

In dieser Podcast-Folge geht es um die deutsche Kultur und Geschichte in Südosteuropa – um Menschen, ihre Wege, ihre Brüche und das, was von ihnen bis heute geblieben ist. Im Gespräch mit dem Historiker Tobias Weger öffnen wir den Blick auf ein Forschungsfeld, das lange am Rand stand und heute neue Aufmerksamkeit erfährt. Wir sprechen über die Deutschen in der Dobrudscha, ihre Ansiedlung, ihr Leben zwischen verschiedenen Kulturen und die Gründe, warum viele von ihnen im 20. Jahrhundert ihre Heimat verlassen mussten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Migration als historischer Dauerbewegung: München erscheint dabei als überraschend zentrale Drehscheibe zwischen Ost-, Südost- und Mitteleuropa – vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Zum Abschluss geht es um die Frage, wie sich die deutschsprachige Ost- und Südosteuropaforschung in den letzten Jahren verändert hat und welche Themen und Perspektiven ihre Zukunft prägen werden.

Redaktion: Philipp Strobl 
Produktion: Magdalena Ragl

Musik verwendet von: https://gemafreie-musik-online.de

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Tobias WegerPD Dr. Tobias Weger ist Historiker und Volkskundler. Nach einer Ausbildung zum Übersetzer und Studium der Geschichte und Volkskunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) war er von 1997 bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Stadtarchiv München. Von 2002 bis 2004 arbeitete er als Kulturreferent am Schlesischen Museum zu Görlitz, von 2004 bis 2018 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg, seit 2018 ist er am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS) tätig. An der LMU München unterrichtet er als Lehrbeauftragter im Bereich Osteuropäische Geschichte.

Er beschäftigt sich mit Fragen der Geschichte und Kultur Zentral- und Südosteuropas, vor allem im 19./20. Jahrhundert, dem Verhältnis von Staat, Nation, Volk und Ethnos, mit Gedächtnis-, Mythen- und Symbolgeschichte sowie mit Historischer Stereotypenforschung. Sein aktuelles Forschungsprojekt betrifft die Deutschen in und aus der Dobrudscha, die im multiethnischen Kontext dieser post-osmanischen Region lebten und größtenteils im Herbst 1940 auf Anordnung des NS-Regimes umgesiedelt wurden.